„Ben (10 Jahre) spricht schnell und gerät manchmal ins Stottern.“
„Lukas (8 Jahre) weiß sehr viel und möchte alles erzählen, man versteht aber manchmal ncht alles weil er sehr schnell spricht.“

Stottern

Ein Prozent aller Menschen stottert – in Deutschland sind das über 800.000!
Stottern ist eine Unterbrechung des Redeflusses durch auffällige Blockaden, Wiederholungen oder Dehnungen. Der Stotternde weiß sehr wohl, was er sagen möchte, er kann es jedoch in solchen Momenten nicht störungsfrei herausbringen.

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Die Ursache des Stotterns ist zwar noch immer nicht abschließend erforscht, dennoch steht fest: Eltern trifft keine Schuld an der Entstehung des Stotterns. Die meisten stotternden Menschen haben vermutlich eine Veranlagung zum Stottern, dazu kommen dann auslösende und aufrechterhaltende Faktoren. Stottern entsteht in einer Zeit, in der sich das Kind körperlich, geistig, emotional und sprachlich am schnellsten entwickelt. In der weiteren Entwicklung des Stotterns wächst die Anstrengung beim Sprechen und das Kind versucht, Stottern zu vermeiden. Teufelskreise aus Angst, Vermeidung sowie aus Anstrengung und Frustration erhalten dann das Stottern aufrecht oder verstärken es noch. Das Stottern automatisiert sich zunehmend und kann umso schwerer wieder verändert werden, je länger es andauert.

Das Stottern beginnt meist ohne offensichtlichen Anlass im Alter zwischen zwei und fünf Jahren, selten auch noch später. Zuvor hat das Kind bereits eine Zeit lang flüssig gesprochen. Bei fünf Prozent aller Kinder entwickelt sich zunächst Stottern. Von diesen Kindern sprechen insgesamt 4/5 bis zur Pubertät wieder flüssig. Da sich bisher nicht vorhersagen lässt, bei welchem Kind dies der Fall sein wird und bei welchem nicht, empfiehlt sich stets eine frühzeitige diagnostische Abklärung.

 

three pictures of the same child isolated on white and put together


Was können Eltern und andere Bezugspersonen tun, wenn ein Kind anfängt zu stottern?

Verständlicherweise sind Eltern verunsichert, wenn ihr Kind anfängt zu stottern. Für das Kind ist es jedoch vor allem hilfreich, wenn Sie es mit seiner Art zu sprechen akzeptieren und es dabei unterstützen, nicht gegen das Stottern anzukämpfen. Vermeintlich gute Ratschläge wie „Hol erst mal tief Luft“ oder „Denk nach, bevor du sprichst“ setzen das Kind nur unter Druck. Schauen Sie Ihr Kind entspannt an und hören Sie gelassen zu, was es Ihnen sagt. Ergänzen Sie seine Wörter oder Sätze nicht, geben Sie Ihrem Kind die Zeit, bis zu Ende auszusprechen. Zeigen Sie, dass es Ihnen wichtig ist was Ihr Kind sagt und nicht wie es dies tut. Denn das Stottern ist nur eine der sicherlich zahlreichen Facetten Ihres Kindes.

Poltern

Beim Poltern werden Worte und Silben verschluckt, Sätze  z. T. nicht beendet und das Sprechtempo ist erhöht.
Die Ursachen des Polterns sind weitgehend ungeklärt. Es ist eine Störung, die im Kindesalter auftritt und sich, da oft nicht behandelt, bis ins Erwachsenenalter fortetzen kann.

In einer gezielten, spielerischen Therapie kann  ein etwas langsameres Sprechen erarbeitet werden um
die Deutlichkeit und Verständlichkeit zu verbessern.

Foto getty Images iStock Art Marie und Gewoldi