Fließt der Atem locker und leicht oder haben wir das Gefühl, etwas „nimmt uns die Luft“, schnappen wir nach Luft beim Sprechen oder geht der Atem flach und oberflächlich? Ist uns danach, öfter mal zu seufzen oder zu gähnen, um mehr Luft zu bekommen?
Die Atemfunktion bedeutet für den Körper noch weit mehr, als den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Ein ruhiger tiefer Atem entspannt z. B. unser vegetatives Nervensystem, eine Bauchatmung mit Beteiligung des Zwerchfells massiert unsere Unterleibsorgane mit dem Atemrhythmus und fördert damit deren Funktion.
Der Atem ist aber auch für das Sprechen unerlässlich, denn wir sprechen mittels der Ausatmung. Der Atem versetzt unsere Stimmbänder in Schwingung und wir können Töne bilden, die zu Lauten und zu Wörtern werden. Somit bildet eine gesunde Atemfunktion die Grundlage für unsere Stimmgebung und Sprache.

lung patients

In der Atemtherapie wird die Atmung als ganzheitliche Körperfunktion gesehen und angeregt. Mittels Dehnübungen wird der Körper gelockert und die Atmung vertieft, andere Übungen sind anregend und bringen damit auch die Atmung in Schwung. Viele Menschen haben sich eine sogenannte „Hochatmung“ angewöhnt und nutzen ihr Atemvolumen damit gar nicht mehr. Wahrnehmungsübungen des Atems und der Atembewegung helfen, Verspannungen und Engegefühle im Körper zu lösen und damit das Atemvolumen zu verbessern.
In der Logopädie wird die Atemtherapie eingesetzt bei Stimmstörungen mit unterschiedlichster Ursache (z. B. bei stimmlichen Überbelastungen, nach Operationen, z. B. der Schilddrüse, bei Morbus Parkinson uvm.). Aber auch bei Sprechstörungen wie Stottern, Poltern und Sprechstörungen nach Schlaganfall sind neben den Sprechübungen atemtherapeutische Übungen unerlässlich und werden als wohltuend und hilfreich erfahren.

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